Samstagvormittag, kurz nach zehn, am Honigregal. Links ein Glas Blütenhonig für ein paar Euro, rechts ein Manuka, bei dessen Preis du noch einmal hinsiehst. Beide sind Honig, beide goldbraun, beide von Bienen. Warum das eine so viel mehr kostet als das andere, steht auf keinem der beiden Etiketten.
Manuka Honig oder normaler Honig: Messbar unterscheidet die beiden vor allem ein Stoff, das Methylglyoxal, kurz MGO. In einer Laboranalyse handelsüblicher Honige lagen sechs neuseeländische Manuka-Proben bei 38 bis 761 Milligramm je Kilogramm, bis zu hundertmal höher als in herkömmlichem Honig. Der Stoff entsteht erst im Honig, aus einer Vorstufe im Nektar der Manuka-Blüte.
Über die Wirkung dürfen wir hier nichts sagen, weiter unten steht, warum. Dafür kommt etwas, das in den meisten Vergleichen fehlt: Manuka ist selbst ein Blütenhonig, und hinter „normalem Honig“ stecken gleich drei Honigarten. Mit einer davon haben wir selbst Erfahrung.
| Drei Dinge vorweg Manuka ist ein Blütenhonig. Mit „normalem Honig“ sind meist Mischblütenhonig, Sortenhonige wie Raps oder Akazie oder Honigtauhonig aus dem Wald gemeint. Der messbare Unterschied ist der MGO-Wert. In Handelsproben lag er bei Manuka bis zu hundertmal höher als bei herkömmlichen Honigen, gebildet aus einer Vorstufe im Manuka-Nektar. Einen Vergleich der Wirkung stellen wir nicht an. Warum, steht im Abschnitt zur Rechtslage. |
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Was ist mit normalem Honig überhaupt gemeint?
Mit normalem Honig meinen die meisten das Glas aus dem Supermarkt, doch das Gesetz kennt zwei Grundarten: Blütenhonig und Honigtauhonig. So legt es die Honigverordnung fest.
Blütenhonig stammt vollständig oder überwiegend aus dem Nektar von Pflanzen. Dazu gehört der Mischblütenhonig, in dem Nektar vieler Pflanzen steckt, ebenso wie der Sortenhonig, bei dem eine Pflanze überwiegt, etwa Raps oder Akazie. Auch Manuka zählt dazu: Er stammt überwiegend aus dem Nektar des Manuka-Strauchs. Er ist eine Sorte des Blütenhonigs, nur mit einer ungewöhnlichen Pflanze dahinter.
Honigtauhonig ist die zweite Grundart. Er stammt vollständig oder überwiegend aus Absonderungen von Insekten, die an lebenden Pflanzenteilen saugen, oder aus Absonderungen der Pflanzen selbst. Die Bienen sammeln hier keinen Blütennektar, sondern süße Tröpfchen von Blättern und Nadeln. Im Handel heißt er häufig Waldhonig oder Tannenhonig.
| Honigart | Woraus er stammt | Messbares Merkmal |
| Mischblütenhonig | Nektar vieler Pflanzen | Leitfähigkeit höchstens 0,8 mS/cm |
| Sortenhonig (z. B. Raps, Akazie) | Nektar, überwiegend einer Pflanze | Leitfähigkeit höchstens 0,8 mS/cm |
| Honigtauhonig | Absonderungen pflanzensaugender Insekten | Leitfähigkeit mindestens 0,8 mS/cm |
| Manuka | Nektar des Manuka-Strauchs | MGO bei sechs Handelsproben 38 bis 761 mg/kg (Laboranalyse 2008) |
Welche Zahl Manuka von allen dreien trennt, kommt jetzt.
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Was unterscheidet Manuka messbar von anderen Honigen?
Messbar unterscheidet sich Manuka durch seinen Gehalt an Methylglyoxal, kurz MGO.
Chemiker haben 2008 handelsübliche Honige untersucht, eine Laboranalyse ohne Versuch an Menschen oder Tieren. Bei sechs neuseeländischen Manuka-Proben fanden sie 38 bis 761 Milligramm MGO je Kilogramm, bis zu hundertmal mehr als in herkömmlichen Honigen. Sechs Proben sind wenig. Wir geben die Zahl deshalb nur als Größenordnung weiter, als Zusage für jedes Glas taugt sie nicht. Normaler Honig ist dabei nicht frei von MGO, er hat nur deutlich weniger.
Woher der Stoff kommt, hat 2009 ein Team der Universität Waikato in einer chemischen Laborstudie geklärt. Im Nektar der Manuka-Blüte steckt Dihydroxyaceton, kurz DHA, aber kein nachweisbares MGO. Frisch geerntet enthielt der Honig noch viel DHA und wenig MGO. Bei der Lagerung bei 37 Grad sank das DHA, das MGO stieg. Als die Forscher Kleehonig DHA zusetzten und ihn bebrüteten, entstanden MGO-Werte ähnlich wie im Manuka.
Das MGO bildet sich also im Honig selbst. Beimischen dürfte man es ohnehin nicht, denn nach der Honigverordnung dürfen Honig keine anderen Stoffe zugefügt werden. Weil das DHA im Nektar in schwankender Menge steckt, schwankt das MGO von Charge zu Charge, und deshalb gehört auf ein seriöses Glas eine gemessene Zahl und kein Wort. Wie diese Zahl gemessen wird und was die Stufen bedeuten, steht im Beitrag zum MGO-Wert.
Offen bleibt, ob die Zahl für dich etwas bedeutet. Davor kommt der Honig, der in diesen Vergleichen meistens fehlt.
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Honigtauhonig: die dritte Sorte, die in kaum einem Vergleich vorkommt
Honigtauhonig ist rechtlich ein eigener Honig, und die Honigverordnung zieht die Grenze sogar mit einer Messzahl. Seine elektrische Leitfähigkeit muss mindestens 0,8 Millisiemens pro Zentimeter betragen, bei Honigen im Allgemeinen darf sie höchstens so hoch liegen. Auch Kastanienhonig muss darüber liegen.
Wir hatten Honigtauhonig aus Neuseeland früher selbst im Sortiment und nannten ihn SemenVitae Honey Dew. Wer ihn neben ein Glas Manuka stellt, sieht den Unterschied sofort: Manuka ist golden, zäher und cremiger. Honey Dew sieht aus wie ein typischer dunkler, flüssiger Waldhonig.
Die beiden sind keine Konkurrenten, die du gegeneinander ausspielen musst. Es sind zwei Honige mit zwei Herkünften, und jeder hat seinen Platz im Regal. Bleibt die Frage, die am Regal zuerst kommt: der Preis.
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Warum ist Manuka so viel teurer als normaler Honig?
Manuka ist teurer, weil seine Herstellung mehr Aufwand verlangt. Der Manuka-Strauch blüht nur wenige Wochen im Jahr, oft in schwer erreichbaren Gegenden, dazu kommen Laboranalysen für jede Charge und der Transport von der Südhalbkugel. Die ausführliche Rechnung steht im Kaufratgeber.
Der Preis sagt damit etwas über Aufwand und Seltenheit. Über den Inhalt im Glas sagt er wenig, in keiner Richtung. Deshalb rate ich beim Honigkauf davon ab, einfach den billigsten zu nehmen, denn am Ende zählt, was drin steckt. Ich rate auch davon ab, nach dem schönsten Etikett zu greifen. Wir geben uns bei unseren Produkten selbst Mühe mit der Gestaltung, aber ein Etikett füllt kein Glas. Und den teuersten nimmst du besser nicht blind, weil teurer nicht automatisch besser heißt.
Woran du stattdessen erkennst, was im Glas ist, steht gleich unten.
Welcher Honig passt wozu?
Für Brot und Joghurt ist ein guter Honig vom Imker aus deiner Gegend eine vollkommen vernünftige Wahl.
Zu Manuka greifst du, wenn dir etwas anderes wichtig ist: ein Honig, dessen Besonderheit auf einer gemessenen Zahl steht und dessen Herkunft du bis zur Analyse zurückverfolgen kannst. Ein Lebensmittel bleibt er auch bei hohem MGO-Wert, kein Arzneimittel.
Am Telefon hat uns quasi nie jemand gefragt, ob normaler Honig nicht reicht. Wer nach Manuka fragt, weiß meist schon einiges. Im Netz wird die Frage dagegen oft gestellt, und deshalb steht sie hier.
Wirkt Manuka stärker? Der Vergleich, den wir dir nicht geben dürfen
Ob Manuka stärker wirkt als anderer Honig, ist die häufigste Frage zum Thema, und genau die beantworten wir hier nicht.
Der Grund ist die Health-Claims-Verordnung der EU. Für Manuka Honig ist keine gesundheitsbezogene Aussage zugelassen, ein Krankheitsbezug ist ohnehin ausgeschlossen. Ein Blog auf einer Shop-Domain gilt als Absatzförderung, anders als ein Magazin oder eine Krankenkassenseite. Laborvergleiche zwischen Honigsorten gibt es, was sie für Menschen bedeuten, bewerten wir an dieser Stelle nicht. Medizinischer Wundhonig ist rechtlich ein Medizinprodukt und kein Lebensmittel, dafür gelten andere Regeln, die wir in einem eigenen Beitrag erklären (Lebensmittel oder Medizinprodukt). Die längere Fassung dieser Erklärung steht im Kaufratgeber.
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Woran du bei jedem Honig erkennst, was im Glas ist
Auf der Vorderseite jedes Honigs steht ein Wort, das etwas bedeutet: Blütenhonig, Honigtauhonig oder schlicht Honig. Die Bezeichnungen sind gesetzlich geschützt.
Bei Mischungen aus mehreren Ländern müssen seit dem 14. Juni 2026 alle Ursprungsländer mit ihrem Gewichtsanteil in Prozent im Hauptsichtfeld stehen. Früher genügte der Hinweis auf EU- und Nicht-EU-Länder, und der sagte wenig.
Bei Manuka kommen zwei Dinge dazu: der MGO-Wert in Milligramm je Kilogramm und eine Analyse, die sich der Charge zuordnen lässt.
Bei uns geht jede Charge durch mehrere Hände. Der eine schaut auf die Farbe, die andere auf die Haptik, der Dritte auf den Geruch. Geprüft wird auch, wie die Ware transportiert wurde, wie sie ankommt, wie sie gelagert war und worin sie abgefüllt wird. Beim Manuka Honig stehen MGO-Wert und Analyse auf der Produktseite, die aktuelle Charge ist als monofloral eingestuft. Er ist nicht bio-zertifiziert, was ein Siegel bei Honig abdeckt und was nicht, steht im Beitrag Was ein Bio-Siegel abdeckt. Den Überblick über diesen Honig findest du im Beitrag Manuka Honig: woran du gute Ware erkennst.
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Häufige Fehler beim Vergleichen
- Nach dem Preis kaufen, in beide Richtungen. Der billigste sagt nichts über den Inhalt, der teuerste auch nicht.
- Nach dem schönsten Etikett greifen. Gestaltung kostet Geld und füllt kein Glas, auch bei uns.
- Von „normalem Honig“ sprechen, als wäre er ein einheitliches Produkt. Mischblüte, Sortenhonig und Honigtauhonig unterscheiden sich messbar.
- Honigtauhonig und Blütenhonig gleichsetzen. Das Gesetz behandelt sie als zwei Honigarten.
- Eine MGO-Zahl glauben, zu der es keine Analyse gibt.
- Honig an Kinder unter zwölf Monaten geben. Das gilt für jeden Honig.
Häufige Fragen
Enthält normaler Honig auch MGO?
Ja, aber deutlich weniger. In der Laboranalyse von 2008 lagen die untersuchten Manuka-Proben bis zu hundertmal höher als herkömmliche Honige. Normaler Honig ist also nicht frei von MGO, er hat nur weniger davon.
Ist Manuka ein Blütenhonig?
Ja. Er stammt überwiegend aus dem Nektar des Manuka-Strauchs und zählt damit zu den Blütenhonigen, nicht zu den Honigtauhonigen.
Was ist Honigtauhonig?
Ein Honig, der vollständig oder überwiegend aus Absonderungen pflanzensaugender Insekten oder lebender Pflanzenteile stammt. Im Handel heißt er oft Waldhonig oder Tannenhonig, und seine Leitfähigkeit muss nach der Honigverordnung mindestens 0,8 Millisiemens pro Zentimeter betragen.
Kann ich Manuka Honig aufs Brot streichen?
Ja. Manuka ist ein Lebensmittel, auch bei hohem MGO-Wert, und wird wie anderer Honig gegessen, pur, im Joghurt oder auf dem Brot.
Wirkt Manuka stärker als normaler Honig?
Das beantworten wir aus rechtlichen Gründen nicht. Was wir sagen können, ist der messbare Unterschied: Manuka enthält deutlich mehr MGO. Die Hintergründe stehen im Abschnitt zur Rechtslage.
Warum ist Manuka teurer als Waldhonig?
Der Manuka-Strauch blüht nur wenige Wochen im Jahr, dazu kommen Laboranalysen je Charge und der Transport von der Südhalbkugel. Der Preis sagt etwas über Aufwand und Seltenheit, aber wenig über den Inhalt im Glas.
Dürfen Kinder Manuka Honig essen?
Ab zwölf Monaten wie jeder andere Honig. Darunter nicht: Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, Kindern unter einem Jahr keinen Honig zu geben, weil er Sporen von Clostridium botulinum enthalten kann, die bei Säuglingen Botulismus auslösen können.
Beim nächsten Einkauf
Lies beim nächsten Einkauf zuerst das Wort auf der Vorderseite: Blütenhonig oder Honigtauhonig. Damit weißt du, welche der beiden Grundarten im Glas ist, und erst danach lohnt die Frage, ob du eine Zahl dazu brauchst.
| Weiterlesen Manuka Honig: woran du gute Ware erkennst: https://www.semenvitae.de/wissen/manuka-honig Manuka Honig kaufen: worauf du wirklich achten musst: https://www.semenvitae.de/wissen/manuka-honig-kaufen Der MGO-Wert: was die Zahl misst: https://www.semenvitae.de/wissen/mgo-wert Was ein Bio-Siegel abdeckt, und was eben nicht: https://www.semenvitae.de/wissen/bio-siegel-grenzen Lebensmittel oder Medizinprodukt: https://www.semenvitae.de/wissen/lebensmittel-oder-medizinprodukt Manuka Honig im Shop: https://www.semenvitae.de/shop/manuka-honig-mgo514/ |
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Quellen
- Mavric E. et al. (2008), Molecular Nutrition & Food Research 52(4): MGO-Gehalte in handelsüblichen Honigen. Laboranalyse (HPLC) von Handelsproben, darunter sechs neuseeländische Manuka-Honige. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18210383/
- Adams C. J., Manley-Harris M., Molan P. C. (2009), Carbohydrate Research 344(8): The origin of methylglyoxal in New Zealand manuka honey. Chemische Laborstudie, kein Versuch an Menschen oder Tieren. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19368902/
- Honigverordnung (HonigV), Fassung ab Juni 2026, bereitgestellt von der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim: Begriffsbestimmungen, Leitfähigkeit, Herkunftskennzeichnung. https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/fileadmin/einrichtungen/bienenkunde/PDF/HonigV__Fassung_20260615__ab06_2026.pdf
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Selten, aber vermeidbar. Fragen und Antworten zum Botulismus. https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/selten-aber-vermeidbar-fragen-und-antworten-zum-botulismus/
Ich bin mit SemenVitae aufgewachsen. Meine Eltern gründeten das Unternehmen vor über 20 Jahren mit der Überzeugung, dass natürliche Mineralien und Vitalstoffe in ihrer ursprünglichen Form wirksamer sind als synthetische Alternativen. Diese Überzeugung habe ich von klein auf mitbekommen, selbst erprobt und inzwischen zu meinem eigenen Antrieb gemacht.
Heute führe ich SemenVitae weiter, mit demselben Anspruch an Qualität und Transparenz. Ich ernähre mich selbst konsequent bewusst, treibe regelmäßig Sport und teste alles, was wir anbieten, im eigenen Alltag. Nebenberuflich bin ich Feuerwehrmann, was mich täglich daran erinnert, wie viel der Körper leisten kann, wenn er richtig versorgt wird.
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