Abends, kurz vor zehn, drei Browser-Tabs. Dreimal Manuka Honig, dreimal eine Zahl, MGO 250+, MGO 514+ und MGO 850+, und der Preis steigt mit ihr. Was die Zahl genau misst, hat dir vermutlich noch niemand in einem Satz erklärt.
Der MGO-Wert gibt an, wie viel Methylglyoxal ein Kilogramm Honig enthält, in Milligramm. MGO 514+ bedeutet mindestens 514 Milligramm je Kilogramm, gemessen von einem Labor. Die Zahl sagt nichts darüber, ob der Honig überhaupt Manuka ist, wie er schmeckt oder was er in dir auslöst, und diese drei Fragen werden gern in einen Topf geworfen.
Wie der Wert entsteht, warum er sich im Glas verändern kann und was du beim Kauf daraus machst, steht unten. Ein Teil davon betrifft auch uns: Wir führen im Moment nur eine Stufe, und dazu sagen wir weiter unten etwas.
| Drei Dinge vorweg MGO steht für Methylglyoxal. Der Wert wird in Milligramm je Kilogramm angegeben, das Plus hinter der Zahl bedeutet bei Handelsware üblicherweise einen Mindestwert. Das MGO bildet sich im Honig selbst, aus einer Vorstufe im Nektar der Manuka-Blüte, und der Gehalt verändert sich bei der Lagerung. Der Wert sagt nichts über Echtheit und nichts über Wirkung. Echt ist ein Honig nach der amtlichen Definition Neuseelands, und die kennt den MGO-Wert nicht. |
Ein geöffnetes Honigglas mit dunklem, cremigem Honig und einem Holzlöffel steht neben einem ausgedruckten Analyseblatt (KI-Verändert)
Was bedeutet MGO bei Manuka Honig?
MGO steht für Methylglyoxal, einen Stoff, der in kleinen Mengen in sehr vielen Honigen steckt und in Manuka besonders reichlich. Die Zahl auf dem Glas ist ein Gehalt: Milligramm Methylglyoxal je Kilogramm Honig.
Das Plus dahinter ist bei Handelsware üblicherweise ein Mindestwert. MGO 514+ heißt also: Die Analyse ergab mindestens 514 Milligramm.
Gemessen wird im Labor. Das MGO wird chemisch an einen Hilfsstoff gebunden und dann mit einem Verfahren namens Hochleistungsflüssigkeitschromatografie bestimmt, kurz HPLC. So gingen Chemiker 2008 vor, als sie handelsübliche Honige untersuchten, eine Laboranalyse ohne Versuch an Menschen oder Tieren. Sechs neuseeländische Manuka-Proben lagen bei 38 bis 761 Milligramm je Kilogramm, bis zu hundertmal höher als herkömmliche Honige. Sechs Proben sind wenig, die Zahl taugt als Größenordnung und nicht als Zusage für ein bestimmtes Glas.
Eine Zahl wie diese ist eine Messung und keine Note. Sie sagt, wie viel von einem Stoff im Kilogramm steckt, und lässt offen, wie der Honig sonst ist. Woher der Stoff kommt, ist die nächste Frage.
Infografik (KI-generiert)
Woher kommt das MGO im Manuka Honig?
Der Honig bildet das MGO selbst, aus einer Vorstufe. Ein Team der Universität Waikato hat das 2009 in einer chemischen Laborstudie gezeigt. Im Nektar der Manuka-Blüte steckt Dihydroxyaceton, kurz DHA, aber kein nachweisbares MGO. Frisch geernteter Honig enthielt viel DHA und wenig MGO. Bei der Lagerung bei 37 Grad sank das DHA, und das MGO stieg. Gaben die Forscher DHA in Kleehonig und ließen ihn bebrüten, entstanden MGO-Werte ähnlich wie im Manuka.
Wie viel DHA im Nektar steckt, schwankt, auch das stellten die Forscher fest. Deshalb ist nicht jede Ernte gleich, und hohe Werte sind nicht selbstverständlich. Der Honig kann darum von Charge zu Charge unterschiedliche Werte haben, und genau deshalb gehört auf ein seriöses Glas eine gemessene Zahl und kein Wort.
Dass sich das MGO über die Zeit bildet, wirft eine unbequeme Frage auf: Bleibt die Zahl im Glas dieselbe?
Verändert sich der MGO-Wert im Glas?
Der Gehalt ist keine feste Größe. Weil sich DHA im Honig nach und nach in MGO umwandelt, verschiebt sich das Verhältnis der beiden Stoffe mit der Zeit. Die Waikato-Studie arbeitete bei 37 Grad. Wie schnell die Umwandlung bei Zimmertemperatur abläuft, kann ich dir nicht in einer Zahl nennen, und ich möchte keine erfinden.
Für dich heißt das: Die Zahl gilt für die Charge, aus der die Probe stammt, und für den Zeitpunkt der Messung. Beim Kauf zählt deshalb die Analyse zur Charge und nicht ein Wert, der irgendwo auf einer älteren Seite steht. Wie du Manuka richtig lagerst, steht im Beitrag Manuka Honig lagern und verwenden.
Was sagt der MGO-Wert nicht aus?
Ob der Honig Manuka ist. Neuseeland hat Ende 2017 eine amtliche Definition abgeschlossen. Sie verlangt fünf Merkmale: vier Stoffe aus dem Nektar und einen DNA-Marker aus Manuka-Pollen. Erst wenn alle passen, darf ein Honig als monofloral gelten, und für Exportware ist die Prüfung durch ein anerkanntes Labor Pflicht. Das MGO gehört nicht zu diesen fünf Merkmalen. Wer dir nur die Zahl zeigt, hat also noch nicht gezeigt, dass im Glas Manuka steckt. Dazu gehört die Analyse mit der Einstufung.
Wie der Honig schmeckt. Ob ein Honig fad oder karamellig schmeckt, steht in keiner Analysezahl. Das prüfst du mit Nase und Löffel, wie wir es im Kaufratgeber beschrieben haben.
Was die Zahl in dir bewirkt. Das ist eine Wirkungsfrage, und die beantworten wir hier nicht. Für Manuka Honig ist keine gesundheitsbezogene Aussage zugelassen, und ein Blog auf einer Shop-Domain gilt als Absatzförderung. Die ausführliche Erklärung steht ebenfalls im Kaufratgeber, und warum medizinischer Wundhonig rechtlich etwas anderes ist, erklären wir im Beitrag Lebensmittel oder Medizinprodukt.
MGO und UMF: wo liegt der Unterschied?
UMF steht für Unique Manuka Factor und ist ein Markenzeichen, das die UMF Honey Association an lizenzierte Hersteller vergibt. Es bewertet vier Stoffe: Leptosperin, DHA, MGO und HMF. Das MGO ist also ein Teil der UMF-Prüfung, aber nicht dasselbe.
| MGO-Wert | UMF™ | |
| Was ist das? | Gemessener Gehalt eines Stoffes | Markenzeichen mit Prüfverfahren |
| Was wird bestimmt? | Methylglyoxal in mg/kg | Leptosperin, DHA, MGO und HMF |
| Wer darf es nutzen? | Jeder, dessen Honig gemessen wurde | Nur Lizenznehmer des Verbands |
Im Netz kursieren Tabellen, die MGO-Werte in UMF-Stufen umrechnen. Der Verband selbst schreibt, dass sich MGO nicht in UMF umrechnen lässt. Eine Tabelle, die auf vielen Seiten gleich aussieht, ist noch kein Beleg, deshalb geben wir sie nicht weiter.
Wir arbeiten mit der Analyse zur Charge, MGO-Wert eingeschlossen, und zeigen dir die Zahl.
Welche MGO-Stufe soll es sein?
Eine Stufenempfehlung bekommst du von uns nicht, und das hat zwei Gründe. Erstens ist die Zahl ein Gehalt und keine Note. Zweitens wäre jede Zuordnung nach dem Muster „diese Stufe für jenen Zweck“ eine Wirkaussage, und die ist für Manuka Honig nicht zugelassen.
Was ich dir sagen kann: Mit der Zahl steigt der Preis, und du zahlst dabei für einen höheren Gehalt, den du im Zertifikat nachlesen kannst, und nicht für ein Siegel. Ob dir das den Aufpreis wert ist, entscheidest du, nicht eine Tabelle.
Und das gehört dazu: Wir führen im Moment nur MGO 514+. Eine niedrigere Stufe haben wir aktuell nicht. Wenn du eine suchst, schreib uns. Wir lesen jede Nachricht.
Woran du bei der Analyse erkennst, was im Glas ist
Bei einer Analyse zum MGO-Wert zählen vier Dinge: Das Labor ist akkreditiert, die Analyse lässt sich der Charge zuordnen, der MGO-Wert steht in Milligramm je Kilogramm daneben, und die Einstufung als monofloral oder multifloral steht dabei. Auf vollständigen Analysen stehen außerdem DHA, HMF und Leptosperin.
Bei uns geht jede Charge durch mehrere Hände. Der eine schaut auf die Farbe, die andere auf die Haptik, der Dritte auf den Geruch. Geprüft wird auch, wie die Ware transportiert wurde, wie sie ankommt, wie sie gelagert war und worin sie abgefüllt wird.
Beim Manuka Honig stehen MGO-Wert und Analyse auf der Produktseite, die aktuelle Charge ist als monofloral eingestuft. Den Überblick über diesen Honig findest du im Beitrag Manuka Honig: woran du gute Ware erkennst, und wie er sich von anderen Honigarten unterscheidet, steht im Vergleich Manuka Honig oder normaler Honig.
Ein Metalllöffel mit dunklem, cremigem Honig liegt auf einer Tischplatte
Häufige Fehler beim MGO-Wert
- Nach der höchsten Zahl kaufen, ohne die Analyse zu sehen.
- Die MGO-Zahl mit Echtheit gleichsetzen. Echt ist ein Honig nach der Definition Neuseelands, und die kennt den MGO-Wert nicht.
- Eine Umrechnungstabelle von MGO in UMF für exakt halten. Der Verband sagt selbst, dass sich beides nicht umrechnen lässt.
- Eine Zahl glauben, zu der kein Labor und keine Charge genannt wird.
- Mehr MGO für mehr als mehr Stoff halten. Mehr sagt die Zahl nicht.
- Honig an Kinder unter zwölf Monaten geben. Das gilt für jeden Honig.
Häufige Fragen
Was bedeutet MGO 514+?
Mindestens 514 Milligramm Methylglyoxal je Kilogramm Honig, gemessen von einem Labor. Das Plus kennzeichnet bei Handelsware üblicherweise den Mindestwert.
Ist MGO dasselbe wie UMF?
Nein. MGO ist ein gemessener Gehalt. UMF ist ein Markenzeichen mit einem Prüfverfahren, das vier Stoffe bewertet, darunter das MGO.
Kann man MGO in UMF umrechnen?
Der Verband sagt: nein. Tabellen mit Näherungswerten gibt es, aber sie sind keine amtliche Umrechnung und auf vielen Seiten gleich abgeschrieben.
Verändert sich der MGO-Wert bei der Lagerung?
Ja, das MGO bildet sich im Honig aus der Vorstufe DHA. In einer Laborstudie bei 37 Grad sank das DHA, während das MGO stieg. Deshalb zählt die Analyse zur Charge.
Beweist ein hoher MGO-Wert, dass der Honig Manuka ist?
Nein. Die amtliche Definition Neuseelands besteht aus fünf anderen Merkmalen, vier Stoffen aus dem Nektar und einem DNA-Marker. Der MGO-Wert gehört nicht dazu.
Welche MGO-Stufe ist die richtige?
Das beantworten wir nicht, weil jede Zuordnung zu einem Zweck eine Wirkaussage wäre, die für Manuka Honig nicht zugelassen ist. Wir führen aktuell MGO 514+ und freuen uns über Hinweise, welche Stufe dir fehlt.
Hat normaler Honig auch MGO?
Ja, aber deutlich weniger. Wie sich Manuka von Mischblüten-, Sorten- und Honigtauhonig unterscheidet, steht im Vergleich Manuka Honig oder normaler Honig.
Dürfen Kinder Manuka Honig essen?
Ab zwölf Monaten wie jeder andere Honig. Darunter nicht: Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, Kindern unter einem Jahr keinen Honig zu geben, weil er Sporen von Clostridium botulinum enthalten kann, die bei Säuglingen Botulismus auslösen können.
Welche Stufe fehlt dir?
Wenn dir bei uns eine MGO-Stufe fehlt, schreib das über die Kontaktseite. Wir lesen jede Nachricht.
| Weiterlesen Manuka Honig: woran du gute Ware erkennst: https://www.semenvitae.de/wissen/manuka-honig Manuka Honig kaufen: worauf du wirklich achten musst: https://www.semenvitae.de/wissen/manuka-honig-kaufen Manuka Honig oder normaler Honig: was wirklich anders ist: https://www.semenvitae.de/wissen/manuka-vs-blueten-honig Manuka Honig lagern und verwenden: https://www.semenvitae.de/wissen/manuka-honig-lagern Manuka Honig im Shop: https://www.semenvitae.de/shop/manuka-honig-mgo514/ Kontakt: https://www.semenvitae.de/kontakt/ |
Quellen
- Mavric E. et al. (2008), Molecular Nutrition & Food Research 52(4): MGO-Gehalte in handelsüblichen Honigen. Laboranalyse (HPLC) von Handelsproben, darunter sechs neuseeländische Manuka-Honige. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18210383/
- Adams C. J., Manley-Harris M., Molan P. C. (2009), Carbohydrate Research 344(8): The origin of methylglyoxal in New Zealand manuka honey. Chemische Laborstudie, kein Versuch an Menschen oder Tieren. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19368902/
- Ministry for Primary Industries, Neuseeland: Mānuka honey. Wissenschaftliche Definition aus fünf Merkmalen, Prüfpflicht für Exportware. https://www.mpi.govt.nz/growing-and-harvesting/honey-and-bees/manuka-honey
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Selten, aber vermeidbar. Fragen und Antworten zum Botulismus. https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/selten-aber-vermeidbar-fragen-und-antworten-zum-botulismus/
Ich bin mit SemenVitae aufgewachsen. Meine Eltern gründeten das Unternehmen vor über 20 Jahren mit der Überzeugung, dass natürliche Mineralien und Vitalstoffe in ihrer ursprünglichen Form wirksamer sind als synthetische Alternativen. Diese Überzeugung habe ich von klein auf mitbekommen, selbst erprobt und inzwischen zu meinem eigenen Antrieb gemacht.
Heute führe ich SemenVitae weiter, mit demselben Anspruch an Qualität und Transparenz. Ich ernähre mich selbst konsequent bewusst, treibe regelmäßig Sport und teste alles, was wir anbieten, im eigenen Alltag. Nebenberuflich bin ich Feuerwehrmann, was mich täglich daran erinnert, wie viel der Körper leisten kann, wenn er richtig versorgt wird.
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